Chirurgische Praxisklinik Neustadt - Hendrik Zimmermann, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Fußchirurgie, Unfallarzt der Berufsgenossenschaften, D-Arzt
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Nabelbruch

Nabelbrüche sind bei Säuglingen nicht selten und schließen sich meist von allein. Bei Erwachsenen machen Nabelbrüche nur einen Bruchteil aller Bauchwandbrüche aus und können wie alle Brüche durch eine Operation behandelt werden.

Was ist ein Nabelbruch (eine Nabelhernie)?

Ein Nabelbruch ist eine Ausstülpung von Bauchfell durch eine Bauchwandlücke im Bereich des Nabels. Die Bruchpforte ist die erweiterte Lücke in der Bauchwand. Der Bruchsack besteht aus dem in die Bruchpforte gestülpten Bauchfell, der Bruchinhalt sind die hier eingepressten Eingeweide, meist Darmanteile oder das so genannte große Netz. Das große Netz ist eine fettgewebsreiche Bauchfellfalte, die wie eine Schürze vor dem Dünndarm hängt.

Ursachen und Entstehung des Nabelbruches

Bei Neugeborenen gibt es natürlicherweise eine Durchtrittslücke für die Nabelschnur in der Bauchwand um den Nabel herum. Die Durchtrittslücke schließt sich während des ersten Lebensjahres. Diese Schwachstelle der Bauchwand kann sich auch im Erwachsenenalter unter bestimmten Bedingungen wieder erweitern und zum Bruch führen.

Die Entstehung eines Nabelbruches wird begünstigt durch:

  • schwache und untrainierte Muskulatur und Bindegewebsschwäche
  • häufiges und starkes Pressen beim Stuhlgang durch chronische Stuhlverstopfung (Obstipation)
  • häufiges Husten bei chronischen Lungenerkrankungen, vor allem bei starken Rauchern
  • Fettleibigkeit
  • Bauchwassersucht (zum Beispiel bei schwerer Lebererkrankung)
  • Erhöhung des Bauchinnendrucks durch vermehrte Bauchpresse beim Wasserlassen, bedingt durch eine Abflussbehinderung einer vergrößerten Prostata
  • Schwerarbeit, häufiges Heben großer Lasten
  • die Schwangerschaft mit erheblicher Dehnung der Bauchwand
  • die Geburt mit ihrem extrem hohen Bauchdruck beim Pressen in der Austreibungsphase

Die Gefahr eines Bauchwandbruchs liegt immer in der Einklemmung des Bruchinhalts. Bei jedem Druckanstieg im Bauchraum wird die Bruchpforte geweitet und Teile des großen Netzes oder Darmanteile werden hindurchgepresst. Lässt der Druck anschließend nach, zieht sich auch die Bruchpforte wieder zusammen, und die ausgetretenen Darmteile können nicht wieder zurückrutschen. Die Blutzirkulation in den eingeklemmten Organen wird behindert und es kann zum Absterben von Netz- oder Darmteilen mit akuter Schockgefahr kommen. Besonders Nabelbrüche beim Erwachsenen haben relativ enge und scharfkantige Bruchpforten, die zur Einklemmung neigen.

Krankheitszeichen beim Nabelbruch

Ein Nabelbruch ist unschwer zu erkennen. Beim Anspannen der Bauchwand oder beim Pressen, bei Säuglingen vor allem beim Schreien, wölbt sich im Bereich des Nabels der Bruchsack hervor. Im Liegen und bei Erschlaffen der Bauchwand sinkt dieser Bruchsack wieder zurück. Oft lässt sich mit der Fingerspitze auch die Lücke in der Bauchwand von außen tasten. Manchmal verursacht der Bruch leichte, ziehende Schmerzen, die aber rasch wieder nachlassen, wenn der Betroffene sich hinlegt. Ist es jedoch zu einer Einklemmung von Eingeweiden durch den Nabelbruch gekommen, so besteht meist ein schwerer, plötzlich einsetzender und anhaltender Schmerzzustand.

Behandlungsmöglichkeiten des Nabelbruches

Meistens muss der Nabelbruch nur bei älteren Kindern und Erwachsenen operiert werden. Die Behandlung eines Nabelbruches besteht im operativen Verschließen der Bruchpforte. Dabei werden die Ränder der Muskelhüllen übereinander gelegt und mit einer Naht fixiert. Diese Operation ist relativ einfach auszuführen, komplikationsarm und führt fast immer zu einem dauerhaften Ergebnis. Von den früher oftmals angewandten Nabelpflastern bei Säuglingen wird heute abgeraten, da sie keinen nachweisbaren Nutzen bringen, sondern im Gegenteil zu erheblichen Hautreizungen führen. Nabelbrüche bei Kindern bis zu drei Jahren schließen sich meist spontan (ohne äußeres Zutun) und werden nur dann behandelt, wenn sie sehr groß sind oder es zu einer Einklemmung gekommen ist. Im Gegensatz dazu wird geraten, Nabelbrüche bei deutlich älteren Kindern oder Erwachsenen immer zu operieren, da die Gefahr der Einklemmung hier deutlich größer ist als bei Säuglingen und Kleinkindern.

Vorbeugung des Nabelbruches

Die beste Vorbeugung des Nabelbruches besteht im Vermeiden aller lang anhaltenden übermäßigen Belastungen der Bauchwand. Der Nabelbruch entsteht im Bereich einer angeborenen, natürlichen Schwachstelle der Bauchwand. Jede lang dauernde Druckerhöhung im Bauchraum begünstigt das Auseinanderweichen der Ränder der Bruchpforte. Somit besteht also die Vorbeugung im Vermeiden aller chronischen Belastungen der Bauchwand, insbesondere durch:

  • Vermeidung und Behebung von chronischer Darmverstopfung durch regelmäßige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreiche Ernährung
  • Behebung von Abflussbehinderungen der Harnblase bei einer vergrößerten Vorsteherdrüse
  • Kräftigung der Bauchmuskulatur
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Ausheilung chronischer Reizzustände der Bronchien zur Minderung des Bauchdrucks beim Husten

Bitte informieren Sie sich über den OP-Ablauf und die Nachbehandlung unter OP Ablauf Bauch.