Chirurgische Praxisklinik Neustadt - Hendrik Zimmermann, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Fußchirurgie, Unfallarzt der Berufsgenossenschaften, D-Arzt
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Leistenbruch

Leistenbrüche und moderne Methoden zu deren Versorgung

Was ist ein Leistenbruch ?

Ein Leistenbruch ( Leistenhernie ) entsteht im Bereich des Leistenkanals, der eine besondere Schwachstelle der Bauchdecke darstellt. Hier zieht beim Mann der Samenstrang, bei der Frau das Mutterband hindurch und es bildet sich eine Vorwölbung bzw. Ausstülpung des Bauchfells beim Husten, Pressen oder nach körperlicher Anstrengung im Stehen in den Leistenkanal. Im Liegen bildet sich die Vorwölbung häufig spontan zurück.

Beim Bruchsackinhalt handelt es sich meist um Anteile einer Dünndarmschlinge oder des "Großen Netzes", wodurch eine Operation immer notwendig wird, da ein Bruch einklemmen kann (Inkarzeration) und die Gefahr einer Darmschädigung besteht. Hier wird dann meist eine Notfalloperation erforderlich. Ein übergroßer Leistenbruch kann sich bis in den Hodensack ausdehnen, hierbei handelt es sich dann um eine sogenannte Skrotalhernie.

Als Vorstufe eines Leistenbruchs kann eine Schwäche der Bauchmuskelschichten zu erheblichen Beschwerden im Leistenkanal führen, der so genannten "weichen Leiste". Hier ist ein Druck auf die Nerven, die im Leistenkanal verlaufen, für die Schmerzentstehung verantwortlich. Die Schmerzen können bis in den Oberschenkel ausstrahlen.

Wie kann ein Leistenbruch behandelt werden?

Die zeitgemäße Versorgung des Leistenbruchs erfordert heute Verfahren, die neben einem hohen Patientenkomfort eine rasche Rehabilitation sowie niedrige Wiederentstehungsraten gewährleisten. Diese Aufgabe wird in der Chirurgischen Praxisklinik Neustadt mit den angewandten modernen, nach Möglichkeit minimalinvasiven (Knopflochchirurgie) Techniken erfüllt.

Operation - ambulant oder stationär?

Mit rund 200 000 Operationen im Jahr ist die Leistenbruchoperation hierzulande der am häufigsten durchgeführte Eingriff in der Chirurgie. In unserer Praxisklinik führen wir jährlich ca. 1500 ambulante und kurzstationäre Operationen durch.

Angewandte Operationsverfahren

Es gibt eine Reihe von Operationsmethoden, die heute standardmäßig angewandt werden. In unserer Praxisklinik führen wir in aller Regel eine den allgemeinen Voraussetzungen und den Bedürfnissen des Patienten angepasste OP-Methode durch. Wir bieten folgende Methoden an:

1. TAPP-Methode (endoskopisches transabdominelles Verfahren)

Hierbei werden nur zwei je 1 cm lange Einstiche und ein 5 mm großer Einstich in der Bauchdecke gesetzt, um Videokamera, Instrumente, Kunststoffnetz und Nahtmaterial in die Bauchhöhle einbringen zu können. Der Operateur arbeitet dadurch mit Hilfe eines Bildschirms, um die Instrumente steuern zu können. Die Operation dauert etwa 20 - 30 Minuten und wird in Narkose durchgeführt. Der Vorteil des TAPP repair ist die gute Verträglichkeit und die schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Die gewohnte körperliche Aktivität kann etwa nach 4-5 Tagen aufgenommen werden, leichter Sport ist nach 1 Woche möglich. Die Arbeitsfähigkeit ist nach ca. 10 Tagen wieder gegeben. Die Rezidivrate (Wiederauftreten) liegt bei TAPP bei nur etwa 2%.

2. Shouldice-Verfahren

Hier wird eine elastische Dopplung der einzelnen Bauchdeckenschichten schichtweise mit einem nicht auflösenden Faden durchgeführt, wobei die Verschieblichkeit der Bauchdeckenschichten erhalten bleibt. Dieses Verfahren wird gerne bei jungen schlanken Patienten angewendet, bei denen die Bauchdecke bis auf den Bruch insgesamt stabil ist.

OP nach Lichtenstein/Rutkow

Hierbei wird die Bruchlücke mittels Naht verschlossen und zur weiteren Stabilisierung der Bauchdecke auf die Bauchmuskulatur ein flächiges Netz aufgenäht. Dieses Verfahren wird hauptsächlich bei Patienten in hohem Lebensalter angewandt.

Bitte informieren Sie sich über den OP-Ablauf und die Nachbehandlung unter OP Ablauf Bauch.